Tourenziele

24 | Uetze-Hänigsen – Teerkuhlen

Zeitreise durch die lokale Geschichte der Ölförderung: Im Teerkuhlen-Museum dreht sich alles um das Thema fossile Energie. Anschaulich erklärt beim Erlebnisrundgang "Schwarzes Gold"

Einarmige Pumpe nach Restaurierung

Mit den Hänigser Teerkerlen unterwegs vom Mittelalter bis zur Industriezeit

Auf dem 45-minütigen Rundweg über das Gelände des Teerkuhlenmuseums geben die Teerkerle von heute Interessierten an verschiedenen Stationen einen tiefen Einblick in die wechselvolle Geschichte der Ölgewinnung in der Region. An einer Schautafel wird die Entstehung des Erdöls, sowie die lokale Geologie der Teerkuhle am Rande des Salzstockes Hänigsen erklärt (‚Schwarzes Gold‘ trifft ‚Weißes Gold‘). Referenz-Gesteine (Sandstein, Salz, Öl-Muttergestein) werden in der Gruppe zur Ansicht zirkuliert.

Ab 10h bieten die Teerkerle im Stundentakt 45-minütige Führungen an. Nach der Führung besteht die Möglichkeit das gesamte Gelände weiter auf eigene Faust zu entdecken.

Der Eintritt beträgt 1 Euro.

Treffpunkt

Treffpunkt am Kuhlenberg 32 (Eingang ausgeschildert);  Startzeit zu jeder vollen Stunde 10h-16h;  Dauer ca. 45 Minuten

Fahrtipp

Haltestelle Hänigsen/Schule (1,4 km Fußweg), Bus 910

 

Inhalte der Führung

  1. An der einzigen vollständig erhaltenen mit Holz ausgezimmerten Teerkuhle Deutschlands wird vorgeführt, wie das natürlich an der Erdoberfläche austretende Erdöl wie im Mittelalter vor 500 Jahren mit Eimern, Gräsern (Binsen) und Gänsefedern gewonnen wurde, um als Heil-  und Schmiermitttel in der Region vermarktet zu werden.
  2. Ab 1860 wollte man die Quelle des schwarzen Goldes finden und die Förderung erhöhen. Dazu wurden erste Bohrlöcher mit dem Seilschlagverfahren meißelnd auf ca. 60m Tiefe niedergebracht. An einem Dreibeinmodell mit Seilrolle („Dreigespärr“) wird diese frühe Methode veranschaulicht. Mit einem fallenden Meißel wird das Gestein im Bohrloch zertrümmert, die Bruchstücke werden mit einer „Schappe“ am Seil per Hand zu Tage gefördert. Besucher können diese Methodik aktiv ausprobieren.
  3. Die neueste Attraktion auf dem Freigelände ist das im Wiederaufbau befindliche Großmodel einer Bohranlage von 1881. Das Model (Mohr 3, 10m Höhe, erbaut 1983) repräsentiert eine hölzerne Bohranlage, mit Gestängepumpe aus Holz inkl. eines Pumpenhauses. Die Baustelle kann besichtigt werden; die Teerkerle geben Einblick in die Bauart dieser Bohranlage sowie in die frühe Fördertechnik aus Holz als Vorläufer moderner Gestängetiefpumpen.
  4. Weiter geht’s zum Nachbau einer historischen Förderanlage (‚Schlämmbock‘ oder ‚Vierbock‘), an dem Besucherinnen und Besucher mit Muskelkraft eine Handkurbel (Haspel), wie zu Beginn des 20. Jahrhinderts, eine ‚Schlämmbüchse‘, gefüllt mit schwarzen Gold, zu Tage heben können.
  5. Am Ende der Führung steht eine moderne Gestängetiefpumpe aus Stahl („Nickesel“), an der im laufenden Hubbetrieb anschaulich erklärt wird, wie in der heutigen Zeit das Öl zu Tage gepumpt wird.

Rund um das Museum

Das Teerkuhlenmuseum liegt sehr idyllisch in einem ca. 1 ha großen Mischwald, der seit Jahren nachhaltig gepflegt und weitestgehend sich selbst überlassen wird. Zahlreiche seltene Tierarten, wie Spechte, Hermelin, Ringelnatter, Pirole etc. haben hier Zuflucht gefunden. Eine neu angelegte Totholzhecke (Benjeshecke) bietet besondere Kleintieren Schutz. In einem ehemaligen Trafoturm auf dem Teerkuhlengelände hat der NABU für Schleiereulen, Turmfalken und Fledermäusen ein geschütztes Quartier eingerichtet.

Termine

11.09.2022 ab 10:00 bis 17:00 Uhr

Ort

Am Kuhlenberg 32
31311 Uetze

Pro Person

1 Euro

Ziel Nr. 24 beim 35. Entdeckertag der Region Hannover am 11. September 2022: Teerkuhlenmuseum Hänigsen

Eintritt: 1 Euro.

Veranstalter: Heimatbund Niedersachsen e.V., Teerkuhlenmuseum, Am Kuhlenberg 32, 31311 Uetze